MANI - Der eingang zur unterwelt

24 großformatige schwarz-weiß Landschaftspanoramen des Mittelfinger der griechischen Halbinsel Peloponnes


MANI  DER EINGANG ZUR UNTERWELT ist ein Zyklus mit 24 großformatigen schwarz-weiß Landschaftspanoramen des Mittelfinger der griechischen Halbinsel Peloponnes.

 

Die Südspitze der Mani, der zweitsüdlichste Ort Europas, war für die antiken Griechen einer der Eingänge des Hades, der Unterwelt. Geprägt durch eine karge, steinerne, unwirtliche Landschaft ist die Mani Audruck des mythischen Griechenlands, in dem die Geschichte dieser großen Kultur bis heute gegenwärtig ist. In ihren Bann gezogen reifte die Idee zu der Fotoserie großformatiger Schwarz-Weiß-Panoramen über 30 Jahre hinweg.


Zwölf großformatige Panoramen dieses Zyklus waren erstmals 2012 in einer Solo-Ausstellung im Münchner Künstlerhaus zu sehen. 2014 wurden im Rahmen der Eurpäischen Begegnung Griechenland - Bayern anlässlich des griechischen Nationalfeiertages im Münchner Künstlerhaus eneut drei Fotografen gezeigt. Im selben Jahr wurden sieben Werke in den Räumen der Stiftung Luwian Studies in Zürich ausgestellt.


Limitierte Kunsteditionen

Alle Motive des Mani-Zyklus sind als nummerierte und handsignierte Kunstauflagen in drei verschiedenen Formaten erhältlich. Jede Edition ist limitiert und verbindet fotografische Qualität mit exklusivem Sammlerwert.


Auf dieser Seite sehen Sie eine Auswahl von drei Werken. Gerne sende ich Ihnen auf Anfrage  den Ausstellungskatalog mit allen 24 Motiven sowie weiteren Informationen zu.

quotesArtboard 1 copy 2

Rainer Spitzenberger nähert sich den schroffen Landschaften der Mani mit den Stilmitteln eines Malers. Er komponiert seine Bilder mit Licht und Schatten und modelliert Details plastisch heraus, er schafft eine Dramaturgie. Indem er die grafische und abstrahierende Schwarzweißtechnik anwendet, vermeidet er alles Idealisierende. Er bildet wie ein Realist ab, lässt aber gleichzeitig eine packende Symbolik aus seinen Bildern sprechen. Den Bildverlauf akzentuiert er mit einer angeschnittenen Landzunge oder einer Mauer als Randrepoussoir und schafft damit eine unendliche tiefenräumliche Entwicklung. Gräser und die Oberfläche von Gestein sind durch scharfe Lichtführung betont. Die Wolken hingegen scheinen jedes Mal zum Greifen nahe. Die zerfaserten Cirruswolken, die zerklüftete Gesteinsformationen umspielen, und die Wolkengebirge, die sich über dem Meer auftürmen, die unendliche Weiter des Himmels künden von der Kraft der Elemente, die in diesem Landstrich besonders intensiv zu spüren sind. [...]


Rainer Spitzenberger inszeniert, indem er mit Gegensätzen spielt: Die runde Kuppel der byzantischen Basilika bildet einen milden Kontrast zur zerklüfteten Landschaft, auch wenn sie dem Verfall überlassen ist. Das marmorne Kreuz, das sich in geometrischer Strenge von den unregelmäßigen Formen des geschichteten Steinbaus abhebt, ihn dominiert wie ein Fremdkörper, ist Ausdruck der über die Jahrhundert ausgetragenen Kämpfe um Glaube und Land. Der Kontrast von einer spärlich bewachsenen Erhebung, die im Schatten bleibt und einem kubischen Bauwerk, das im Licht liegt, könnte größer nicht sein. In einer Nahaufnahme eines Felsens, der in den Himmel ragt, reizt der Fotograf das Widerspiel von größtmöglicher Härte, nämlich des Gesteins, und der nicht greifbaren Leichtigkeit von Luft und Wolken aus. In diesem Sinne verdeutlicht Rainer Spitzenberger auch das Mit- und Gegeneinander von Natur und Mensch. [...]


In „Grigorakakis“, dem Titelbild der Ausstellung mit dem verfallenen Turm, gelingt Rainer Spitzenberger eine Unmittelbarkeit des Sehens wie in der Malerei. Er schafft den größtmöglichen Kontrast zwischen Nah- und Fernsicht und rückt in einer minutiösen und intensiven Vordergrundgestaltung die Objekte an den vorderen Bildrand heran, während Meer und Horizont in einem dunstigen Schleier – in der Malerei „Sfumato“ genannt -

verschwimmen. [...]



Rainer Spitzenberger vereint in seinem Oeuvre die Erkenntnisse der Pioniere der modernen Fotografie mit den Stilmitteln eines Malers des 19. Jahrhunderts. Im Zyklus von der Mani rückt er erstmalig die Landschaft in den Mittelpunkt und gewinnt dadurch einen völlig neuen Aspekt in seinem Werk. Auf seinen vielen Reisen durch Europa und Amerika im Strom der lauten Werbe- und Reportagefotografie sucht er unter der heißen Sonne Griechenlands nach dem Ursprung der Dinge. Abseits von all dem Trubel erinnert er sich in einer karstigen und

abweisenden Landschaft an seine Wurzeln als Geologe, als der er sich ein Auge für magische Kraftorte bewahrt hat. Wo sonst, als auf dieser abweisenden Halbinsel, wo sich Himmel und Erde ganz nah sind, wo die Elemente ineinander aufgehen, sich umschlingen, sollte der Eingang zur Unterwelt liegen?


Rainer Spitzenberger führt den Betrachter durch seine Interpretation der Mani zum Ursprung der griechischen Mythologie und zu all den Schicksalsläufen, die ihre Bewohner bis heute geprägt haben. Er zeigt die Landschaft in ihrer Schönheit und Brutalität, in ihrer Lebensfeindlichkeit und Milde. In der Schöpfungstiefe seiner Bilder machte er ihre emotionale Dimension erst sichtbar: das Ende der Welt. Gleichzeitig führt er auch die Fotografie an ihren Ursprung zurück, indem er sich auf ihre „klassischen“ Wurzeln besinnt, von der Farbe befreit, auf eine grafische Ästhetik reduziert und damit in ihrer Bedeutung steigert.


Der griechische Wortursprung der Fotografie kommt von „photos“ und „graphein“ und bedeutet: mit Licht zeichnen. Die Abkehr von der Farbe bedeutet also gleichzeitig auch ein Bekenntnis zum Wesen der Dinge, zur Wahrheit.


Auf diese Weise ermöglicht uns Rainer Spitzenberger, ein Foto nicht nur oberflächlich anzuschauen, sondern, wie Ansel Adams fordert, ins Bild hineinzusehen, es zu lesen, zu interpretieren und darin – ähnlich wie in der Malerei - eine tiefere Bedeutung zu erkennen. Er verführt uns zur Unmittelbarkeit des Sehens.

Dr. Bärbel Schäfer

Kunsthistorikerin

quotesArtboard 1 copy 2

Sie ist einer der entlegensten Landstriche Europas, die Mani, die ich Ihnen kurz vorstellen darf. Wenn man den Peloponnes als nach unten zeigende Hand betrachtet, dann entspricht die Mani dem mittleren Finger. Nach Gibraltar ist sie der südlichste Zipfel des europäischen Kontinents. Und, das ist ganz entscheidend, sie ist weitgehend wasserlos. Wenn man sich damit beschäftigt, wo Menschen bevorzugt ihre Siedlungen gebaut haben, dann steht an erster Stelle das Vorhandensein von Sauerstoff und gleich an zweiter Stelle die Verfügbarkeit von Wasser. An dritter Stelle steht übrigens fruchtbarer Boden, gefolgt von Bodenschätzen und schliesslich der geopolitischen Lage. Istanbul hat alle diese Vorteile im Überfluss und ist wurde daher mit insgesamt 13 Mio. Einwohnern die grösste Metropole Europas. Die Mani ist sozusagen das Gegenteil von Istanbul. Kein Ackerland, keine Bodenschätze und in ihrem Süden nicht einmal Wasser. Eigentlich will dort niemand sein. [...]



Die Panoramen von Rainer Spitzenberger zeigen die Wehrtürme von Vathia, wo der grosse Histograph der Mani, Patrick Leigh Fermor, noch Anfang der 1950er Jahre als Gast mit den gleichen Ritualen begrüsst wurde wie Telemachos bei seinem Besuch im Palast des Nestor. Fermor sass auf dem Dach des höchsten Turms und plauderte mit seinem Gastgeber bis in die Nacht hinein. Heute verfallen die Gebäude vor unseren Augen, zum Teil mitsamt ihrer verbliebenen Einrichtung.


Die Fotos von Rainer Spitzenberger dokumentieren die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Landschaft. Die Kargheit der Mani wurde künstlich durch Entwaldung und exzessive Weidewirtschaft herbeigeführt. In den Kirchenhöfen hingegen, wo die Ziegen und Schafe nicht hinkönnen, wachsen die sonst nur hüfthohen dornigen Steineichen bis über die Dachgiebel der höchste Gebäude hinaus. Auch das zeigen die Fotos. Wer ganz genau hinsieht, wird erkennen, dass manche Hügel früher einmal vollständig terrassiert waren. So zum Beispiel im Bild von Tainaro mit seinen beiden Friedhöfen ausserhalb des Ortes. Dies ist ein Zeichen für eine hohe Bevölkerungsdichte, vermutlich nach der Zerstörung von Mystras im Jahr 1770. In aller Regel wurden auf diesen winzigen Terrassen Getreide angebaut. Olivenhaine entstanden erst rund hundert Jahre später. Heute gilt die Kalamata-Olive als die Königin unter den Oliven. Es ist ein Vergnügen, die Bilder nicht nur nach ästhetischen und künstlerischen Gesichtspunkten zu betrachten, sondern auch aus der Sicht des Landschaftshistorikers.

Dr. Eberhard Zangger

Geoarchäologe und Kommunikationsberater

Formate & Preise

Landschaftspanoramen der Südspitze der Mani (Griechenland)

Collector

Maße:

2500 mm (Breite), Höhe variiert je nach Motiv


Digitale Laserbelichtung auf Kodak Endura, Kaschierung auf Alu-Dibond 3mm mit Schutzfolie halbmatt.

 

Auflage: 

6 + 2 artist proof

Preis: 

auf Anfrage

Big

Maße:

1500 mm (Breite), Höhe variiert je nach Motiv

 

Digitale Laserbelichtung auf Kodak Endura, Kaschierung auf Alu-Dibond 3mm mit Schutzfolie halbmatt.

 

Auflage: 

200 + 2 artist proof

Preis: 

auf Anfrage

Classic

Maße:

1000 mm (Breite), Höhe variiert je nach Motiv | Endformat mit Rahmen: ca. 1147 x 537 mm


Echter Fotoabzug auf Pro Endura matt mit schwarzem oder weißem Galerierahmen 20 mm und Passepartout.


Auflage: 

500 + 2 artist proof

Preis: 

auf Anfrage

Mani - Behind the Scenes

Die Mani begleitet mich seit meiner Jugend, diese außergewöhnliche Region Griechenlands habe ich über Jahrzehnte hinweg immer wieder erlebt und kennengelernt. Die karge Landschaft, das besondere Licht und die ursprüngliche Atmosphäre haben mich von Anfang an fasziniert und schließlich zu diesem fotografischen Projekt inspiriert.


Für die Aufnahmen des Mani-Zyklus war ich insgesamt sechs Wochen mit meiner Hasselblad-Kamera unterwegs – teilweise auf meiner GS, teilweise mit dem Auto. Abseits der bekannten Wege entstanden Bilder, die die Ruhe, Weite und den einzigartigen Charakter der Mani einfangen.


Ein besonderer Höhepunkt des Projekts war die Vernissage am 19. Dezember 2012 im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz. Rund 350 Gäste besuchten die Ausstellungseröffnung und machten den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die große Resonanz und die vielen persönlichen Gespräche zeigten, wie sehr die Landschaft und die Geschichten der Mani auch andere Menschen berühren können.